Gesellschaft

Carinthia Cleanup, Februar 2019

Ich habe mir am 24. Dezember 2018 vorgenommen, etwas gegen die Vermüllung unserer Umwelt zu unternehmen. Um nachhaltige Lösungsansätze formulieren zu können, habe ich beschlossen, Litterati, eine App, die die Dokumentation von Müll zulässt, zu nutzen.

Am 20. Jänner 2019 hatte ich 10,000 Stück Abfall aufgehoben und entsorgt. Am 28. Februar 2019 sind es nun insgesamt 20,000 Stück Abfall. Mein Ziel ist es, im Monat mindestens 10,000 Stück aufzuheben und entsprechend zu entsorgen.

Mittlerweile gibt es viel positive Resonanz sowie immer mehr Menschen, die – nachdem sie meine Initiative mitverfolgt haben – selbst losziehen, um achtlos weggeworfenen Abfall an allen möglichen Orten zu sammeln.

Wir müssen mehr darüber sprechen, mehr sammeln, mehr aufzeigen und mehr sichtbar machen. Es gibt zu viele Bürgerinnen und Bürger, die der Meinung sind, jemand anderes müsse hinter ihnen aufräumen, zu viele Menschen, die keine Ahnung haben, dass der Abfall, den sie heute achtlos wegwerfen, morgen unsere Gesundheit gefährden wird.

Österreich gehört – aufgrund der vielen Menschen, die Litterati in Kärnten nutzen, mittlerweile zu den Ländern, die Litterati am aktivsten nutzen. Heute, am 28. Februar 2019, stehen wir bei 44,444 Stück Abfall und somit auf Platz 6 in der Weltrangliste. Es gilt nun, unseren Nachbarn Deutschland zu überholen. 6,000 Stück fehlen noch. Unlittering sollte natürlich nicht betrieben werden, weil ein Wettkampf zwischen den einzelnen Ländern besteht. Dennoch ist die Challenge eventuell ein Ansporn für jene Menschen, die sonst nie nach einem Stück Abfall, das achtlos weggeworfen wurde, greifen würden.

Eine Notiz zum Schluss: Seit Mitte Februar sammle ich auch Zigarettenstummel. Die Gefahr, die davon ausgeht, ist vielen Menschen mit Sicherheit nicht bewusst. Ich erlaube mir, an dieser Stelle eine Passage aus einem Bericht von Global 2000 aus dem Jahr 2018 zu zitieren:

„[…] Besonders viele Schadstoffe geben gebrauchte Zigarettenstummeln ab. Studien zeigen, dass Zigarettenstummeln Punktquellen für eine länger andauernde Metallkontamination sind. Chemikalien aus Zigarettenstummel[n] können akut giftig für Wasserorganismen sein. Ein einziger Zigarettenstummel kann demnach etwa 40 bis 60 Liter Grundwasser verunreinigen.“

Carinthia Cleanup, 31. Dezember 2018

Ich bin nun seit dem 24. Dezember 2018 täglich unterwegs, um an allen möglichen Stellen in Klagenfurt und Umgebung Müll zu sammeln.

Hier ein Update in Zahlen:

24. Dezember 2018 – Maria Saaler Berg: circa 14 Stück Abfall
25. Dezember 2018 – St. Georgen am Sandhof: 16 Stück Abfall
26. Dezember 2018 – Grafenstein: 89 Stück Abfall
27. Dezember 2018 – Magdalensberg: 4 Stück Abfall
28. Dezember 2018 – Stadtrand Klagenfurt: 153 Stück Abfall
29. Dezember 2018 – Nähe Flughafen Klagenfurt: 177 Stück Abfall
30. Dezember 2018 – Ebenthal: 122 Stück Abfall
31. Dezember 2018 – Klagenfurt Innenstadt: 297 Stück Abfall

Wenn ihr morgen spazieren geht, zu Freunden fahrt oder eure Kinder von A nach B bringt, schaut einmal genauer hin. Das Ausmaß der Verschmutzung ist enorm. Ihr kommt keine drei Meter, ohne irgendeinen Abfall zu sehen. Die Gleichgültigkeit der Menschen unserer Natur gegenüber ist erschreckend, aber nicht überraschend. Wir sehen es in so vielen Bereichen unseres Lebens. Ganz nach dem Motto: „Ich und nur ich bin wichtig; irgendwer wird schon hinter mir sauber machen, meine Fehler ausbügeln und meine Untätigkeit ausgleichen.“

In diesem Sinne: Einen guten Rutsch, meine Lieben!






		

Politik im bunten Schilderwald

Vor jeder Wahl stechen uns unzählige rote, schwarze, blaue, grüne, sogar pinke Parteiplakate ins Auge.

Mit nahezu perfekten Deutschkenntnissen locken Sprüche wie „Hawedere, Atmosphäre!“ oder „Ich bin Öffi für alles!“. Andere erinnern uns daran, wie tolerant Österreich doch sein kann und werben mit Plakattexten wie „Heimatliebe statt Marokkaner-Diebe“. (mehr …)

Für jedes Mädchen und jeden Jungen!

Titelbild: heart kids drawing chalk lizensiert unter  Creative Commons Attribution 4.0 International License.

Am Internationalen Mädchentag möchten wir uns etwas wünschen.

 

Wir wünschen uns, …

dass kein Kind mehr auf die Welt kommen muss, ohne geliebt zu werden.

dass kein Kind mit einer geistigen oder körperlichen Beeinträchtigung geboren werden muss, nur weil die leibliche Mutter Zigaretten, Alkohol oder Drogen nicht widerstehen konnte.

dass kein Kind schreiend und allein in ein eigenes Zimmer gelegt wird, nur damit es „lernt“ durchzuschlafen.

dass sich kein Kind vor Erwachsenen fürchten muss, sondern zu ihnen aufblicken und sie um Hilfe bitten kann.

dass jedes Kind nachts in Ruhe schlafen kann, ohne Angst haben zu müssen, dass sich irgendjemand an seinem Körper vergreift.

dass jedes Kind unendlich und bedingungslos geliebt wird, ohne dabei erstickt zu werden.

dass kein Kind erniedrigt oder gedemütigt wird.

dass sich kein Kind für seine Herkunft, Hautfarbe, Kultur oder Religion rechtfertigen oder schämen muss.

dass kein Kind geschlagen wird.

dass kein Kind eine Waffe tragen muss.

dass kein Kind verstümmelt oder zwangsverheiratet wird.

dass kein Kind arbeiten muss.

dass kein Kind mit dem Handy in der Hand im Kreise der eigenen Familie vereinsamen muss.

dass kein Kind im Laufe der Jahre lernen muss, dass das Haben über dem Sein steht.

dass kein Kind in dem Glauben aufwachsen muss, etwas würde nicht mit ihm stimmen, nur weil sein Aussehen und sein Denken von dem der anderen abweichen.

dass kein Kind geboren wird, um das Leben und die Träume der Erwachsenen zu leben, sondern seine eigenen.

 

Wir wünschen uns, …

dass jedes Kind anstelle materieller Dinge mit Liebe und Zeit überhäuft wird.

dass jedes Kind angespornt wird und wachsen kann.

dass jedes Kind träumen darf.

dass jedes Kind zur Schule gehen kann.

dass jedes Kind die Möglichkeit hat, lesen zu lernen.

dass jedes Kind frische Luft atmen und gesundes Essen zu sich nehmen kann.

dass jedes Kind lernt, anderen tolerant, offen und respektvoll zu begegnen.

 

Am Internationalen Mädchentag wünschen wir uns, dass die Menschen endlich lernen, was es bedeutet, Mensch zu sein. Wir möchten schaffen und wachsen – und das miteinander!

WUZ – für jedes Mädchen und jeden Jungen!
Wir sind unsere Zukunft!

Superhero gesucht!

Um Kinder dabei zu unterstützen, zu starken und unabhängigen Persönlichkeiten heranzuwachsen, die mit unseren aktuellen und zukünftigen Problemen umzugehen wissen, braucht es weit mehr, als sie zur Welt zu bringen und dann eines Tages ziehen zu lassen.

Ein Kind benötigt in erster Linie viel Zuwendung, Liebe, Aufmerksamkeit, Zeit und Wärme, um ein Urvertrauen in sich selbst und sein Umfeld entwickeln zu können. Erst wenn es das Gefühl und die Sicherheit hat, aufgehoben zu sein und aufgefangen zu werden, hat es die Freiheit, von Kindesbeinen an zu sich selbst zu finden und die Welt zu erforschen.

Ein Kind benötigt aber auch Vorbilder – Menschen, die andere mit Respekt und Wertschätzung behandeln, und die ihm zeigen, worauf es im Leben ankommt. Es liegt an uns, unsere Kinder auf all die Herausforderungen, vor die sie das Leben stellen wird, vorzubereiten.

Dafür müssen sie lernen, mit Misserfolgen umzugehen und Durchhaltevermögen an den Tag zu legen. Die Grundlage hierfür bilden die Werte, die sie von ihren Eltern vermittelt bekommen. Sind die Gewohnheiten von zuhause einmal angenommen, sind sie kaum mehr abzulegen. Daher ist es die Aufgabe der Eltern, bewusst mit Hindernissen umzugehen. Sie müssen ihren Kindern vorleben, dass es nicht nur eine Lösung gibt, sondern dass viele Wege zum Erfolg führen können.

Es liegt in den Händen der Erwachsenen, den Kindern eine lebenswerte Welt zu bieten, für die es sich zu kämpfen lohnt. Um die Schönheit und Vielfalt unserer Erde zu erhalten, müssen wir jedoch alle aktiv werden. Unsere Kinder können nur dann von uns lernen, wenn wir unsere Werte selbst tatsächlich leben.

Wenn es uns wichtig ist, welche Lebensmittel wir zu uns nehmen, werden auch unsere Kinder ein Gefühl für gesunde Ernährung entwickeln und Spaß daran haben, selbst zu kochen. Sie werden lernen, dass Bewegung keine Anstrengung, sondern ein Ausgleich ist. Sie werden bewusst und wertschätzend mit Tieren umgehen, sich für ihre Umwelt einsetzen und Müll trennen. Sie werden träumen, Visionen haben und große Taten setzen.

Noch haben wir die Chance, unsere Zukunft zu verbessern, und zwar indem wir uns um unsere Kinder bemühen und uns für sie einsetzen.

Wir warten nicht auf Spiderman und Co., wir schaffen uns unsere Heldinnen und Helden der Zukunft einfach selbst.

Eines Tages …

Eines Tages,
wenn nicht heute, vielleicht bald,
wird geschehen völlig Arges
mit Wiesen, Feldern, Wald.

Man wird sehen ein Bild,
ganz und gar verworren,
keine Tiere, Haustier oder Wild,
und Pflanzen, die verdorren.

Die Welt, wie wir sie kennen,
wird zugrunde gehen.
Bäume werden brennen,
bis keiner wird mehr stehen.

Zukünftige Menschen werden flehen,
während sie aufs Ende warten.
Könnten wir nur machen ungeschehen
unserer Vorgänger schlechte Taten.

Smog wird ziehen über Stadt und Land,
den Himmel wird man nicht mehr sehen
an den Städten Rand,
wo die größten Hallen stehen.

Die Älteren sehnen sich nach früherer Zeit,
die Jungen kennen nur dies fade Licht.
Es geht sogar so weit,
sie kennen auch die Sterne nicht.

Die Eltern erzählen ihren Kindern,
was es früher alles gab.
Von Pferden, Schweinen, Rindern,
die verrotten nun im Grab.

Das Essen ging schon lange aus,
Kannibalismus bräucht’s zum Überleben.
Die Menschheit, so ein Graus,
wird’s bald nicht mehr geben.

Ist der letzte Mensch gestorben,
stehen die Fabriken still.
Das Land ist schon lang verdorben,
doch die Erde leben will.

Lange wird es dauern,
doch es wird geschehen.
Der Menschen Körper, sie versauern,
neues Leben wird daraus entstehen.

Eines Tages,
wenn nicht heute, vielleicht bald,
wird der Mensch Geschichte sein.
Geschehen wird dann völlig Arges,
entstehen werden Wiesen, Felder, Wald.

Die Erde wäscht sich rein.